Logo
Artikel

Welternährungstag: Innovation für die Ernährung von morgen

Welternährungstag – unperfektes Gemüse und Früchte

Am 16. Oktober hat die ganze Welt die Ernährung gefeiert. Wir haben mit einer krummen Zucchini angestossen. Ein Rückblick auf einen Tag, der uns am Herzen liegt, mit ein paar Zahlen und was jede:r von uns im Kleinen tun kann.

Ein Tag, ein Thema: «Heute innovieren, um morgen zu ernähren»

Jeden 16. Oktober erinnert der Welternährungstag an die Gründung der FAO im Jahr 1945. Er wird in über 150 Ländern begangen, um auf den Hunger in der Welt aufmerksam zu machen und konkrete Massnahmen für eine nachhaltigere Ernährungszukunft anzuregen.

Das Thema 2026 lautet «Heute innovieren, um morgen zu ernähren». Es lädt dazu ein, Wissenschaft, Technologie und Innovation, aber auch traditionelles Wissen zu nutzen, um nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme aufzubauen. Und Innovation braucht nicht immer ein Labor: Manchmal geht’s einfach darum, das, was wir bereits vor Augen haben, mit einem anderen Blick zu betrachten.

Zahlen, die zum Nachdenken anregen

Ein paar Eckdaten, um das Bild zu vervollständigen.

Weltweit. Laut FAO gehen mehr als 13 % der Lebensmittel nach der Ernte verloren, noch bevor sie den Einzelhandel erreichen, und weitere 19 % werden in Geschäften und Haushalten verschwendet. Insgesamt machen diese Verluste und Verschwendung zwischen 8 und 10 % der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Früchte und Gemüse, empfindliche Lebensmittel, sind besonders betroffen: Die FAO verzeichnete 2019 Verluste von 22 %, verglichen mit 9 % bei Getreide und Hülsenfrüchten.

In der Schweiz. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) verursacht der Schweizer Konsum jährlich rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste, also fast 310 kg vermeidbare Verluste pro Person. Gute Nachricht: 2017 waren es noch 330 kg. Kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen, denn das Ziel des Bundes ist es, diese Verluste bis 2030 zu halbieren. Ein Viertel des ökologischen Fussabdrucks unseres Ernährungssystems stammt von diesen vermeidbaren Verlusten.

Ein Teil dieser Verschwendung passiert schon sehr früh, auf dem Feld, wenn einwandfreie Früchte und Gemüse wegen ihrer Grösse oder ihres Aussehens aussortiert werden.

Und wenn Innovation auch bedeuten würde, «hässliches» Gemüse zu essen?

Die FAO erinnert in ihren Handlungsempfehlungen daran: Jede:r kann nahrhafte Lebensmittel wählen, weniger verschwenden und natürliche Ressourcen sowie die Biodiversität schützen. Die Botschaft ist klar und erfordert keine Revolution in unseren Küchen.

Genau hier hat sich UglyFruits eingenistet. Seit 2018 bieten wir Körbe mit Bio-Früchten und -Gemüse aus der Region an, die nicht den ästhetischen Standards der Supermärkte entsprechen – aber mit der gleichen geschmacklichen Qualität und dem gleichen Vitamingehalt. Unsere Idee ist nicht revolutionär. Sie ist sogar ziemlich einfach: Wenn’s gut ist, nehmen wir’s.

Der kurze Weg – gesunder Menschenverstand, der (zu) selten praktiziert wird

Den Weg zwischen Produzent:in und Teller zu verkürzen, ist auch eine Art, die Ernährung von morgen zu sichern:

  • Für die Produzent:innen: Die gesamte Ernte wird verwertet, inklusive runder, ovaler oder eckiger Tomaten.
  • Für dich: Frische Produkte, morgens bei den Produzent:innen geerntet und schnell bei dir zu Hause, ohne wochenlang im Kühlraum zu lagern.
  • Für den Planeten: Optimierte Verpackungen und kurze Transportwege.
  • Und wenn unsere Körbe importierte Produkte enthalten (je nach Saison 10 bis 20 % … vor allem in der Zwischensaison), werden diese über unsere Schweizer Produzent:innen importiert, damit auch sie von diesen Importen profitieren – bei gleichzeitiger Rückverfolgbarkeit und der gewohnten Qualität.

Keine grossen Reden, nur Konkretes, mit etwas Charakter im Korb. Und wenn deine Zucchini aussieht, als hätte sie eine durchgemachte Nacht hinter sich, wird sie trotzdem eine ausgezeichnete Suppe. Versprochen.

Wir sind nicht allein (und das ist auch gut so)

Seien wir ehrlich: UglyFruits wird die Welt nicht im Alleingang ernähren. Aber die FAO sagt es selbst: Gemeinsames Handeln kann positive Veränderungen bewirken. Es gibt tausend Möglichkeiten, aktiv zu werden, und sie ergänzen sich:

  • auf dem Markt oder in einer lokalen Genossenschafts-Epicerie einkaufen;
  • Mahlzeiten planen und Reste mit Stolz verkochen;
  • Anti-Food-Waste-Initiativen in der Nähe unterstützen;
  • oder einen Korb mit leicht verbeulten Früchten und Gemüse in der Küche willkommen heissen.

Jede:r wählt den eigenen Einstieg. Hauptsache, man macht den ersten Schritt.

Ein Welttag ist nützlich, um den Blick vom Teller zu heben. Aber die Zukunft unserer Ernährung entscheidet sich in unseren täglichen Entscheidungen: was wir kaufen, woher es kommt und was wir als schön empfinden. Bei UglyFruits haben wir uns entschieden: Ein Apfel mit Charakter schmeckt genauso gut.


Quellen

  • FAO, Welternährungstag 2026: fao.org/world-food-day
  • FAO, Erklärung des Generaldirektors anlässlich des Internationalen Tages der Aufmerksamkeit für Nahrungsmittelverluste und -verschwendung (13 % / 19 % / 8–10 % der Emissionen)
  • FAO, Bericht über den Zustand der Ernährungssicherheit und Landwirtschaft 2019 (22 % Verluste bei Früchten und Gemüse, 9 % bei Getreide)
  • BAFU, «Lebensmittelverluste»: bafu.admin.ch/de/lebensmittelverluste (Daten ZHAW 2025: 2,8 Millionen Tonnen, 310 kg/Person)

Weitere Artikel

Gemüse und Zutaten auf einem Küchentisch

Eine Methode, um ohne Rezept zu kochen

Was, wenn dein Kühlschrank dein Kochbuch wäre? Du hast drei Karotten, eine Zucchini, ein paar Kartoffeln und einen ha...

Produzent:innen unterstützen durch bewusstes Einkaufen

Kann man Produzent:innen wirklich unterstützen, indem man einfach einkauft?

Ja. Aber nicht wie von Zauberhand. „Produzent:innen unterstützen" – diesen Ausdruck hört man oft. Aber was bedeutet...

Bio-Früchte und -Gemüse Import bei UglyFruits

Der Import von Bio-Früchten und -Gemüse bei UglyFruits

Unser Ziel: Dir Produkte anzubieten, die zu 100% saisonal sind, und lokales Gemüse und Früchte zu bevorzugen. Unsere ...

«Unschön», «überreif», «verdorben»: Warum diese drei Dinge nicht dasselbe bedeuten

Bevor du Früchte oder Gemüse wegwirfst, lohnt sich manchmal eine ganz einfache Frage: Was hat sich wirklich verändert?

Trockenheit, Ernten und Preise: Was uns dieses Landwirtschaftsjahr lehrt

Weniger Wasser, mehr Arbeit, manchmal weniger Ernte… und natürlich Fragen zu den Preisen. Aber was passiert eigentlic...

Warum Produzent:innen ihr Gemüse nicht einfach «verschleudern» können

Wenn die Ernte üppig ausfällt, denkt man schnell: Einfach den Preis senken und alles verkaufen. In der Realität ist d...

Haltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackung

Haltbarkeitsdaten: Was sie wirklich bedeuten...

...und warum deine Nase oft mehr weiss als das Etikett! «Abgelaufen» – ein Wort, das Angst macht... und das, Hand auf...

Warum ist dein Korb manchmal nicht genau gleich?

Weil das Gemüse deinen Wochenplan nicht gelesen hat! Du hattest erwartet, Tomaten zu bekommen. Es gibt weniger davon...

Gemüse- und Früchteschalen bereit zum Kochen

Wirfst du die Schalen und Stiele von deinem Gemüse und deinen Früchten weg?

Wir haben 10 Rezepte dafür. Vom Lauchgrün bis zu Apfelschalen — alles verdient eine zweite Chance auf dem Teller.